Coast-to-Coast mit Enfield-Werk Chennai

Kultur und Technik sind die Themen unserer Reisen von Varkala nach Chennai, quer durch den Süden Indiens. In Tamil Nadu finden wir zahlreiche gut erhaltene und noch aktiv genutzte Tempelanlagen aus allen historischen Perioden des Landes. In keinem anderen Staat des Subkontinents hat sich hinduistische Kultur so unverfälscht erhalten.

Doch auch die jüngere Geschichte hat hier ihre Spuren hinterlassen. In Chennai, der Hauptstadt der Tamilen, wird seit über 50 Jahren das ehemals britische Traditionsmotorrad Royal Enfield nach den Originalplänen gebaut. Jeden Monat verlassen etwa 70.000 dieser urigen Einzylinder die Produktionshallen. Mit dem neuen Einspritzmotor hat sich die Nachfrage deutlich erhöht. Ein zweites Werk soll ab 2013 die Produktion verdoppeln helfen. Höhepunkt für den Technikfreund ist der geführte Besuch des Enfield Werks.

Landschaftlich erleben wir auf dieser Reise so ziemlich alles, was Indien zu bieten hat: weiße Badestrände an der West- und Ostküste, kurvenreiche Bergstrecken in den Western- und Eastern-Ghatts, endlose Ebenen auf dem Hochplateau des Dekkan. Nur auf Wüstensand müssen wir verzichten.

Streckenverlauf

Die Routen unserer Motorradreisen sind sorgfältig geplant. Wir haben an alles gedacht, was Sie sehen und erleben müssen - von der gemütlichen Unterkunft im Hotel bis zu sehenswürdigen Monumenten. Gerne erarbeiten wir für Sie auch abgeänderte Routen - kontakieren Sie uns einfach für eine Individualreise!

1 Anreise

Heute startet Ihr Euren Flug nach Indien. Spät in der Nacht zum morgigen Tag oder früh am nächsten Morgen kommt Ihr in Trivandrum (Thiruvananthapuram), der Hauptstadt von Kerala, an. Wir holen Euch vom Flughafen ab und bringen Euch ins Hotel nach Varkala (ca. 50 km). Übernachtung in Varkala (Frühester Check-in im Hotel: 12:00 Uhr)

2 Ein Sonnentag in Varkala

Frühstück. Der Strand lädt zum Sonnen und Baden ein. Wer Lust hat, lässt sich bei einem der zahlreichen Schneider ein maßgefertigtes indisches Hemd schneidern oder hängt den Tag ganz einfach in einem der zahlreichen netten Strand Cafés ab. Das erste gemeinsame Abendessen, Übernachtung in Varkala.

3 Fahrten in Varkala und Umgebung (ca. 50 km)

Frühstück. Nun ist es soweit, wir holen die Enfields aus der Garage und jeder kann sich seine Maschine aussuchen. Wir geben Ihnen eine kurze Einweisung in die Handhabung der Motorräder und erklären Ihnen, wie der indische Verkehr "funktioniert". Dann geht es los. Entlang verträumter Küstenstraßen, durch eine kurze Sandstrecke und schließlich auf dem Highway lernen wir die Enfields kennen. Abendessen, Übernachtung in Varkala.

4 Von Varkala nach Kanyakumari (ca. 150 km)

Frühstück. Fahrt nach Kanyakumari (Kap Komorin): Die meiste Zeit bewegen wir uns auf kleinen Küsten-Straßen. Wir besuchen unterwegs einen Kali Tempel und den Königspalast in Padmanabhapuram. Abends hoffen wir auf einen spektakulären Sonnenuntergang und beenden den Tag mit einem Pooja im Tempel der Göttin Kanya Kumari. Vom Hotel haben wir einen direkten Blick auf den Golf von Bengalen. Gemeinsames Abendessen. Zum Dinner gibt es Thali, eine südindische Spezialität. Abendessen, Übernachtung in Kanyakumari.

5 Kanyakumari - Madurai (ca. 245 km)

Frühstück. Fahrt nach Madurai: Kurz hinter Kanyakumari durchqueren wir Kilometer lang eine gigantische Windkraftanlage. Nach etwa sechs Stunden erreichen wir Madurai. Abends besuchen wir den Menakshee-Tempel, eine der größten Tempelanlagen Indiens. Abendessen gibt es hoch über den Dächern Madurais. Abendessen, Übernachtung in Madurai.

6 Madurai - Thanjavur (ca. 160 km)

Frühstück. Wir dringen tiefer ins Innere Tamil Nadus ein. Westlicher Tourismus wird nun immer seltener. Noch nie in seiner Jahrtausende alten Geschichte wurde dieser Teil Indiens von ausländischen Mächten nachhaltig beeinflusst. Hier können wir Hindutradition in Reinkultur erleben. Auf dem Weg nach Thanjavur begegnen uns immer wieder Standbilder von Reitern auf sich aufbäumenden Pferden. Am frühen Abend erreichen wir unser Tagesziel, Thanjavur. Abendessen, Übernachtung in Thanjavur.

7 Thanjavur und weiter nach Ponicherry (ca. 180 km)

Frühstück. Thanjavur ist geprägt durch die typische, südindische, drawidische Tempelarchitektur. Der Brahadhiswara Tempel (Big Temple) ist ein eindrucksvolles Beispiel für diese Form Sakralbauten. Nach der Besichtigung geht es "auf nach Frankreich", nach Pondicherry, in eine der wenigen ehemaligen französischen Kolonien auf indischen Boden. Abendessen, Übernachtung in Pondicherry.

8 Pondicherry

Frühstück. Die Franzosen hatten nur wenig Einfluss auf dem indischen Subkontinent, doch die Spuren ihrer Anwesenheit sind bis heute deutlich zu erkennen. Pondicherry ist eine der wenigen ehemaligen französischen Kolonien. Bis heute patrouillieren die Polizisten in der typischen Flic-Uniform durch die Straßen dieser hübschen Hafenstadt, so wie man es aus Paris kennt. Die Uferpromenade und nette Lokale laden zum Verweilen und Genießen ein. Abendessen, Übernachtung in Pondicherry.

9 Pondicherry - Mamallapuram (ca. 130 km)

Frühstück. Nur wenige Kilometer trennen uns von unserem nächsten Ziel, Mamallapuram (auch Mahabalipuram genannt). Auf dem Weg, kurz hinter Pondicherry, können wir eines der ungewöhnlichsten "Weltprojekte" besuchen, das Zentrum von Auroville, den Ashram von Aurobindo. Mitglieder von über hundert Nationen bemühen sich hier um eine neue, friedliche, völkerverbindende Form des Zusammenlebens. Am frühen Nachmittag erreichen wir dann Mamallapuram. Abendessen, Übernachtung in Mamallapuram.

10 Mamallapuram

Frühstück. Tick, tick, tick... der Klang von Mamallapuram. Seit Menschengedenken hallt dieses "Lied" durch die Gassen und Straßen Mamallapurams. Hier ist eine Hochburg der Steinmetze. Überall sitzen die Künstler vor ihren Geschäften und in ihren Werkstätten und verwandeln die unterschiedlichsten Steinmaterialien in wunderschöne Kunstwerke. Die großen Felsreliefs zeugen von der langen Tradition dieses Handwerks. Daneben hat Mamallapuram sehr schöne Badestrände zu bieten. Abendessen, Übernachtung in Mamallapuram.

11 Transfer zu Royal Enfield in Chennai

Frühstück. Zur Halbzeit unserer Reise besuchen wir das Enfield-Werk in Chennai, für viele von Ihnen der Höhepunkt dieses Abenteuers. Wir werden uns das Verkehrschaos von Chennai ersparen und die wenigen Kilometer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. Die Produktionsstätte unserer Bikes ist ein typisches Beispiel des engen Zusammenspiels von Moderne und traditionellem Handwerk. Arbeiten, die man bei uns Robotern überlassen würde, werden in Indien in kunstvoller Handarbeit erledigt. Abendessen, Übernachtung in Mamallapuram.

12 Mamallapuram - Trichy (ca. 350 km)

Frühstück. Wohl ausgeruht und mit frischen Kräften versehen nehmen wir heute die längste, an einem Tag zu überwindende Distanz unter die Räder. Es geht in einem Zug bis nach Trichy (Tiruchirappalli), immerhin an die 350 Kilometer. Wir verlassen früh morgens die Ostküste und haben erneut die Gelegenheit, die Ursprünglichkeit und die "Naturnähe" des indischen Landlebens zu studieren. Die Straße wird kurzerhand "zurückerobert" und zum landwirtschaftlichen Nutzraum umfunktioniert. Abendessen, Übernachtung in Trichy.

13 Trichy

Frühstück. Neben Madurai beherbergt Trichy, bzw. das benachbarte Srirangam, die größte Tempelanlage auf unserer Reise. Weitläufig verteilen sich zahlreiche kleinere und große Vishnu-Heiligtümer aus drawidischer Zeit über ein riesiges, von sieben konzentrischen Mauerringen umschlossenes Areal. Trichi selbst ist eine quirlige Großstadt mit einem bunten und lebhaften Basar. Vom Rock Fort, das auf einem 83 Meter hohen Felsen errichtet wurde, hat man einen überwältigenden Ausblick über die Stadt. Abendessen, Übernachtung in Trichy.

14 Trichy - Palani (ca. 165 km)

Frühstück. Noch ein letztes Mal cruisen wir über das Hochland des Dekkan, durch weite Felder und enge Dörfer. Ab morgen wird die Welt anders aussehen. Am frühen Nachmittag laufen wir in Palani ein. Hier dreht sich alles um die hoch über der Stadt auf einem Felsen errichtete Tempelanlage. Über sieben Millionen Gläubige besuchen jedes Jahr den Murugan Tempel. Der mühsame Aufstieg lohnt sich in jedem Fall, denn hier ist immer etwas los, indische Religiosität pur. Es gibt auch einen Lift. Abendessen, Übernachtung in Palani.

15 Palani - Munnar (ca. 70 km)

Frühstück. Ab heute wird alles anders. Wir betreten das Land des Tees und der Gewürze. Zunächst durchfahren wir zwei große Naturschutzparks, das Indira-Gandhi- und das Chinnar-Wildlife-Sanctuary, und dann ist plötzlich alles um uns herum saftig dunkelgrün. Bis hoch hinauf zur Baumgrenze haben die hüfthohen Teepflanzen jeden Quadratmeter erobert. Geerntet wird das ganze Jahr, und so sehen wir überall, wie bunte Blüten in einem Meer von Grün, Teepflückerinnen ihrer Arbeit nachgehen. Abendessen, Übernachtung in Munnar.

16 Munnar - Thekkady (ca. 110 km)

Frühstück. Auch heute lässt uns der Tee nicht los. Zwischendurch allerdings durchqueren wir riesige Gewürzplantagen, in denen vor allem Kardamom, aber auch Pfeffer, Chili und andere Gewürze angepflanzt werden. Sollte noch ausreichend Lust am Fahren bestehen, machen wir einen kurzen Ausflug zur Top-Station. Am frühen Nachmittag erreichen wir die am Eingang zum Periyar Naturpark gelegene Stadt Thekkady. Den Rest des Tages können wir zum Entspannen und Shoppen nutzen. Abendessen, Übernachtung in Thekkady.

17 Thekkady

Frühstück. Wir legen einen wohlverdienten Pausentag ein. Thekkady ist der ideale Ort dafür. Die relativ hohe Berglage sorgt für ein angenehmes Klima. Wer möchte, kann eine ca. dreistündige, geführte Wanderung durch das Periyar Wildlife Sanctuary buchen und sich fachkundig über Tier- und Pflanzenwelt informieren lassen. Wer es geruhsamer wünscht, kann sich zu einer Bootsfahrt auf dem Periyar-See einschiffen. Zahlreiche Ayurveda-Massagezentren bieten zudem ihre Dienste an. Abendessen, Übernachtung in Thekkady.

18 Thekkady - Kollam (ca. 200 km)

Nach einem ausgiebigen Frühstück besteigen wir wieder unsere Bikes. Vor uns liegen sieben Stunden Bergfahrt durch üppigste Vegetation. Ein letztes Mal genießen wir Kurvenschleifen in den Western Ghatts. Je mehr wir uns dem Meer nähern und je tiefer wir kommen, desto wärmer wird es, bis wir uns endlich der warmen "Bergkleidung" entledigen müssen. In Kollam wohnen wir in einem netten Hotel, nur wenige hundert Meter vom Strand entfernt. Hier können wir den Fischern bei ihrer Arbeit zusehen, baden ist eher nicht angesagt. Abendessen, Übernachtung in Kollam.

19 Kollam - Varkala (ca. 80 km)

Frühstück. Nahe bei Kollam liegt Munroe-Island, einer der Ausgangspunkte für die Bootstour durch die berühmten Backwaters von Kerala, ein palmenumsäumtes, teils natürlich, teils künstlich angelegtes Kanalsystem (vergleichbar mit Everglades in Florida). Ein paar Stunden werden wir auf kleinen Motorbooten durch die Backwaters schippern. Gegen Mittag haben wir wieder festen Boden unter den Füßen und setzen zur letzten Motorradfahrt dieser Reise an. Wenig später sind wir wieder in Varkala. Abendessen, Übernachtung in Varkala.

20 Varkala

Frühstück. Nun heißt es entspannen. Wer will, kann sich für wenig Geld in einem der zahlreichen Ayurveda-Ressorts mit einer ayurvedischen Massage verwöhnen oder sich am Strand die wärmenden Sonnenstrahlen auf den Bauch brennen lassen. Zum Abendessen empfehlen wir ein letztes Mal fangfrischen Fisch oder die anderen vielen Köstlichkeiten der indischen Küche. Meist spät in der Nacht starten die Flüge in die Heimat. Bis zum Transfer zum Flughafen steht Euch das Hotelzimmer zur Verfügung. Abendessen

21 Rückflug

Für alle, die noch nicht gestern Nacht geflogen sind, steht heute früh am Morgen der Transfer nach Trivandrum an. Wenn es Euch gefallen hat, dann kommt doch einfach noch mal mit uns nach Indien, diesmal vielleicht in den Wüstenstaat Rajasthan oder über die höchsten Pässe der Welt, nach Ladakh im Himalaja. Indien hat viele Gesichter, und keines gleicht dem anderen. Namasté und auf Wiedersehen!